Odin’s Army

Die Vorgeschichte

Der Tag des Donners …

Juli 2021. Es war ein heißer Sommer-Nachmittag mit Temperaturen jenseits der 30 °C und wir waren auf der Heimreise von einer Fototour in Niederösterreich. Knapp die Hälfte der Strecke hatten wir schon zurückgelegt und befanden uns gerade auf der Autobahn vor Linz, als ein gewaltiges Unwetter vor uns aufzog.

Knappe 10 Minuten später peitschte eine Mischung aus Starkregen und Hagelkörnern, begleitet von heftigen Sturmböen und unzähligen Blitzen, auf uns herab. Es machte fast den Anschein, als wollte uns jemand sagen, dass es hier kein Weiterkommen mehr gäbe. Aus unserer üblichen Reisegeschwindigkeit von 100 km/h wurden plötzlich 30 km/h und draußen herrschte Weltuntergangsstimmung.

Noch nie zuvor hatte ich so viele Blitze gesehen, die ringsum im Boden einschlugen und war fasziniert von der unbändigen Energie, die sich in dieser kurzen Zeit über uns entlud. An einem solchen Naturschauspiel näher dran zu sein, ist ja eigentlich selten möglich und im Auto ist man bekanntlich sowieso geschützt (faradayscher Käfig). In diesem Moment schlug direkt neben uns ein Blitz ein. In der gleichen Sekunde spürte ich einen stark brennenden, stechenden Schmerz von den Zehen meines rechten Fußes, mit welchem ich barfuß auf dem Gaspedal stand, bis in den Brustbereich heraufziehen – gefolgt von Herzrasen und einem Gefühl, als ob der Kreislauf gleich versagen würde. Glücklicherweise verflog dieser unheimliche Moment ebenso schnell, wie er gekommen war und wir konnten unsere Reise ohne Probleme fortsetzen. Was da genau passierte, weiß ich bis heute nicht, jedenfalls fahre ich seitdem nicht mehr barfuß durch Gewitter.

Die Entstehung

Dunkle Gestalten erscheinen am Himmel …

Nachdem wir das Unwetter in Linz hinter uns gelassen hatten, kehrte die Sonne wieder zurück und begleitete uns auf unserem weiteren Weg nach Westen – bis zum Samerberg. Dort nämlich musste sie sich erneut einem Heer aus Wolken geschlagen geben und verschwand nach einem kurzen Gefecht hinter einer mächtigen Wand aus dunklen Gestalten. Diese Übermacht, so schien es, hatte es nicht nur auf die Vorherrschaft am Himmel abgesehen, sondern auch auf die Erde selbst. Die immer tiefer hängenden Wolken wirkten beinah bedrohlich. Ihr Anblick war jedoch derart faszinierend, dass es nur eine Option gab: Wir mussten die Autobahn umgehend verlassen und einen geeigneten Standort für eine Aufnahme finden.

Manchmal fügen sich die Dinge auf glückliche Weise und so kamen wir genau in diesem Moment zur Autobahnausfahrt Samerberg, welche wir gerade noch nehmen konnten. Gleich unmittelbar dahinter fand sich der schmale Weg, der vor meinem geistigen Auge sofort zum wichtigen Bestandteil des fertigen Bildes wurde. Aus dem Auto ausgestiegen, musste also nur noch die Kamera zur Hand genommen, eingestellt und abgedrückt werden. Alles in allem dauerte die ganze Aktion – vom Ausfahren, Auto abstellen, Fotografieren und wieder losfahren – keine 5 Minuten und nachdem das Bild im Kasten war, hatte sich das beeindruckende Wolkengebilde über uns auch schon in eine eintönige, graue Wand verwandelt. Es begann zu regnen.

Wieder zurück auf der Autobahn, durchquerten wir an diesem Tag das zweite Unwetter mit Starkregen, Sturmböen und vielen Blitzen. Dieses Mal mit Schuhen an den Füßen und einem Bild im Gepäck, das nun für immer den Blick auf die Gestalten in den Wolken ermöglicht, die ihre Gesichter sonst hinter einem grauen Schleier verbergen.

Christoph VögeleGallery Ambient

Limited Edition

Erhältlich in 3 Größen

ab 1.111,-- EUR

S

Edition of 11

83 x 111 cm

ungerahmt

111 x 139 cm

gerahmt

L

Edition of 7

111 x 148 cm

ungerahmt

143 x 178 cm

gerahmt

XL

Edition of 3

144 x 192 cm

ungerahmt

142 x 242 cm

gerahmt